Einigung im Namensstreit Mazedonien soll künftig “Republik Nord-Mazedonien” heißen

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“Wir haben einen Deal”: Griechenlands Regierungschef Tsipras hat eine Lösung für den Namensstreit um die griechische Provinz und das Nachbarland Mazedonien verkündet.Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hat eine Einigung im Namensstreit um die griechische Provinz Mazedonien und des bislang gleichnamigen Nachbarlandes bekannt gegeben.

“Unsere Nachbarn werden den Namen Republik Nord Mazedonien (slawisch: Severna Makedonija) haben”, sagte Tsipras am Dienstag in einer Ansprache im griechischen Staatsfernsehen. “Wir haben einen guten Deal, der alle Vorbedingungen der griechischen Seite erfüllt”, so Tsipras. Mazedonien werde die Namensänderung in der Verfassung verankern. Auch Mazedoniens Premier Zoran Zaev erklärte, man habe sich geeinigt. Nach einem Telefonat mit Tsipras sagte er in Skopje: “Es gibt keinen Weg zurück mehr.”

Die griechische Regierung hob mehrere Punkte als Erfolg der Einigung hervor: Griechenland gewinne mit dem Deal “die Deutungshoheit über die eigene Geschichte zurück” und löse eines “der schwierigsten diplomatischen Probleme der vergangenen 25 Jahre”.

Die Übereinkunft fördere zudem die “Stabilität und Sicherheit auf dem Balkan”, und verringere den Einfluss “Dritter”, vor allem Russlands und der Türkei. Außerdem stärke der nun vereinbarte Fahrplan “die fortschrittlichen Kräfte” in Mazedonien, sagte ein Regierungsmitglied dem SPIEGEL.

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Als Gegenleistung für die Namensänderung will sich Athen nun nicht mehr gegen den Beitritt dieser Republik in die Nato sperren und auch die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen nicht mehr blockieren.

Der Namensstreit schwelt, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens unabhängig wurde. Griechenland lehnt den Landesnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt.

Athen befürchtet bislang spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn und blockierte daher bislang Mazedoniens internationale Bündnisambitionen. Als Uno-Mitglied firmiert das Land bislang unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

cht/gec/Reuters/AP/dpa

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