Das traurige Leben der Bier-Bären in Albanien

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Bären, die Bier trinken und für Selfies herhalten müssen, sind in Albanien Touristenattraktionen. Die Tiere werden jedoch unter schlimmsten Bedingungen gehalten.

Mit Bärin Jeta kann man für Selfies am Strand posieren, Bär Tomi belustigt Touristen, indem er Bier statt Wasser zu trinken bekommt. Bier- und Selfie-Bären sind in Albanien keine Seltenheit. Rund 50 Braunbären werden neben Restaurants, Hotels oder am Strand zur Schau gestellt, um Kunden und Touristen anzulocken. Die Besucher bekommen dabei allerdings nicht zu sehen, welch ein trauriges Leben diese Tiere führen.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat die Misshandlungen dokumentiert. Auf neu veröffentlichten Bildern ist zu sehen, wie die Braunbären in winzigen Käfigen mit Betonboden leben. «Die meisten haben offene Wunden. Manche stehen sogar kurz vor dem Hungertod», erklärt Wildtierexperte Thomas Pietsch in einer Medienmitteilung.

Umgang mit den Bären schadet dem Image des Landes

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Obwohl Braunbären in freier Wildbahn nach albanischem Gesetz und aufgrund internationaler Vereinbarungen geschützt sind, floriert der illegale Handel mit Bären seit Jahren. Beleuchtet wird unter anderem der Fall von Bier-Bär Tomi, der starke Verhaltensstörungen zeigt. «Er läuft beispielsweise ununterbrochen in seinem Käfig auf und ab und beisst sich selbst», so Tier-Experte Pietsch. «In seinem Käfig kann der Bär nicht einmal grundlegende natürliche Verhaltensweisen ausleben. Er kann sich weder richtig bewegen, noch nach Futter suchen, graben oder baden. Zu allem Übel haben wir auch noch beobachtet, wie der Besitzer Tomi Bier statt Wasser zu trinken gab.»

Die Organisation fordert vom albanischen Umweltministerium, die geltenden Rechtsvorschriften strenger durchzusetzen, um diese Art der Bärenhaltung zu beenden. Dafür hat Vier Pfoten nun eine Petition lanciert.

Die grausame Haltung und Zurschaustellung von Braunbären an Stränden oder kulturellen Orten würde dem Image des Landes stark schaden, meint Pietsch. «Berichte schockierter Touristen sind ein klarer Indikator, dass der weitverbreitete brutale Umgang mit Bären den guten Ruf Albaniens als aufstrebendes Urlaubsland gefährdet», meint er.

(kle)

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