Krankenhaus brennt: Tote und Verletzte in Bochum

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Uniklinikum in Bochum in Flammen

Moebel THEMA

Patienten flüchten mit Tüchern auf Balkone

Bei einem Großbrand in einem Bochumer Krankenhaus sind in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach bisherigem Stand seien weitere 15 Menschen verletzt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen. Sieben Verletzte schweben in Lebensgefahr. Rund 165 Feuerwehrleute aus dem gesamten Ruhrgebiet sind im Einsatz. Unterstützung kam von Feuerwehren aus Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sowie Helfern des Technischen Hilfswerks Bochum. Noch immer ist das Feuer nicht komplett gelöscht, weil der Brandherd nur schwer erreichbar ist. Die Löscharbeiten werden voraussichtlich noch Stunden andauern.

Mindestens eines der oberen Stockwerke des Universitätsklinikums Bergmannsheil brannte völlig aus. Menschen flüchteten mit Tüchern vor dem Gesicht auf die Balkone und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Teilweise war hinter den Menschen, die sich am Fenster bemerkbar machten, schon der Feuerschein zu sehen. Ein Polizeisprecher sagte, die Situation sei chaotisch. Das Feuer hat sich nach Einschätzung der Einsatzkräfte rasend schnell ausgebreitet. “Das Brandereignis war viel weiter fortgeschritten, als zu vermuten war”, sagte Gottfried Wingler-Scholz von der Bochumer Feuerwehr.

Bettenlager könnte Großbrand verstärkt haben

Augenzeugen berichtet von einem völlig zerstörtem Dach. Durch die enorme Hitze des Feuers seien Fenster und Möbel geschmolzen. Die Flammen sind nach ersten Erkenntnissen der Polizei nachts im sechsten Stock im Zimmer eines Patienten der Abteilung zur Behandlung von Infekten ausgebrochen, der bei dem Brand auch ums Leben gekommen ist. Das Feuer hatten schnell auf das gesamte Stockwerk und auch auf die siebte und achte Etage übergegriffen. Das zweite Todesopfer war im Nachbarzimmer untergebracht, wie Thomas Schildhauert, der Ärztliche Direktorder Klinik mitteilte. “In dem Trakt sind auch Stationen für Patienten mit Querschnittslähmungen”, sagt der leitende Oberarzt der Neurologie, Andreas Weber.

Die Brandursache war zunächst unklar. Der Brand könnte aber durch ein Bettenlager verstärkt worden sein. “Das muss man jetzt klären, das ist die erste Information, dass in einem Geschoss darüber Betten gelagert wurden”, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Vorerst steht aber im Fokus, die Verletzten und Patienten zu versorgen.

Das Universitätsklinikum Bergmannsheil ist eines der größten Krankenhäuser des Ruhrgebiets. Es hat rund 650 Betten. In dem betroffenen Gebäude waren 180 Patienten untergebracht. Um Platz zu schaffen, wurden rund 100 Patienten kurzfristig entlassen, die übrigen konnten hausintern verlegt werden. Die Stadt Bochum twitterte, dass das Krankenhaus vorerst keine neuen Patenten aufnimmt. Auch Operationen könnten bis auf weiteres nicht stattfinden.  Schildhauer sagte, die Notfallversorgung sei nicht eingeschränkt.

Den Anwohnern wurde empfohlen Türen und Fenster geschlossen zu halten. Bochums Oberbürgermeister zeigte sich entsetzt über den Vorfall. “Wenn man in ein Krankenhaus kommt, denkt man in erster Linie nicht daran, bei einem Brand zu sterben”, sagte Thomas Eiskirch.

Patientenschützer forderten nach dem Bochumer Großbrand, Krankenhäuser und Pflegeheime mit Sprinkleranlagen auszustatten. “Rund 40 Mal im Jahr brennt es in deutschen Krankenhäusern, noch häufiger in Behinderten- und Pflegeeinrichtungen”, kritisierte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. “Es ist absurd, dass Sachwerte in Großlagern besser geschützt sind als Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen”, meinte er. Zwar habe es in den Zimmern Brandmelder gegeben, die auch den Alarm bei der Feuerwehr ausgelöst hätten.

Im Umkreis vom ist mit Rauch- und Geruchsbelästigung zu rechnen. Es wird empfohlen, Türen und Fenster zu schließen.

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