So funktioniert Politik: Dieser Wissenschaftler berät die Bundesregierung – und bekommt Geld von Monsanto

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Von campact.de

 

Auf ihn hört die Bundesregierung, denn er ist ihr „unabhängiger Gutachter“: Helmut Greim. Bei dem wahrscheinlich krebserregenden Pestizid Glyphosat hat der Gutachter keinerlei Bedenken. Journalisten vom TV-Magazin Monitor hinterfragen, warum Greims Analysen denen der Industrie oft so erstaunlich ähnlich sind – mit erschreckenden Ergebnissen.

Für seine Leistungen zum Schutz von Mensch und Umwelt wurde Helmut Greim mit dem großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet: Die höchste Ehre, die Deutschland seinen Bürgern zukommen lassen kann. Da müsste es doch ganz im Sinne der Bürger/innen sein, dass dieser Mann auch regelmäßig als unabhängiger Gutachter die Regierung berät, denn für ihn stehen Mensch und Umwelt an erster Stelle.

Erstaunlich ist allerdings, das Greims Analysen oft exakt übereinstimmen mit denen der Industrie: giftige Holzschutzmittel, Dieselabgase oder Glyphosat – nirgendwo sieht Greim auch nur das kleinste Problem. Merkwürdig.

„Es war immer das gleiche: Überall, wo es um giftige Stoffe ging, hat Greim Entwarnung signalisiert.“– Prof. Erich Schöndorf, Umweltrechtler

Der Glyphosat-Hersteller Monsanto zahlt Geld an Gutachter

Na gut, es kann ja durchaus sein, dass das unabhängige Urteil eines unabhängiges Sachverständigen zum gleichen Ergebnis kommt, wie die Industrie. Doch: Greim kommt nicht zufällig auf die gleichen Ergebnisse. Er wird dafür bezahlt. Das er Glyphosat als unbedenklich einstuft, ist kein Zufall, denn auf seinen Kontoauszügen findet man Einzahlungen eines weiteren Glyphosat-Verfechters: Monsanto

Das Monsanto Gutachter bezahlt, um in ihrem Sinne zu urteilen, ist für sich genommen vielleicht nicht überraschend. Aber: Greims Verflechtung zur Industrie sind bekannt, schon seit Jahrzehnten. Und trotzdem – und das ist der Skandal – wird er weiterhin eingeladen, seine Meinung zum Besten zu geben. Und diese wird dann als „unabhängig“ eingestuft.

Wir finden: Helmut Greim kann sich bezahlen lassen, von wem er will. Aber dann sollte er vor der Bundesregierung nicht als „unabhängiger Sachverständiger“ auftreten, sondern als Sprecher von Monsanto.

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