Kinder von eigenem Vater aus dem Fenster geworfen: Wollte er sie töten? 35-Jähriger vor Gericht

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Moebel THEMA

Flüchtlingsunterkunft in Lohmar

Er wollte seine Frau für ihre westliche Lebensweise bestrafen

Ein syrischer Flüchtling hatte im Februar versucht, seine drei kleinen Kinder im Alter von ein, fünf und sieben Jahren zu töten. Er warf sie aus Fenstern einer Flüchtlingsunterkunft in Lohmar bei Bonn. Bei dem Sturz aus dem ersten Stockwerk wurden zwei der Kinder schwer verletzt und erlitten Schädelbrüche und weitere Knochenbrüche. Das Kleinkind hatte Glück und kam mit leichten Verletzungen davon. Für die Tat muss sich der 36-jährige jetzt wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Bei Prozessbeginn machte der Angeklagte einen aufgewühlten Eindruck. Unter Tränen hörte er die Anklage und beteuerte, dass ihm die Tat sehr Leit tue.

Der Angeklagte Hassan Z.
Hat Hassan Z. seine Kinder in Tötungsabsicht aus dem Fenster geworfen?© dpa, Henning Kaiser, hka

Vorausgegangen war der Tat ein Streit mit der Ehefrau. Sie orientierte sich zunehmend am westlichen Frauenbild. Sie wollte laut Gericht “in Deutschland nicht mehr das aus der Heimat gewohnte Rollenverständnis akzeptieren und sich nicht mehr von ihm alles gefallen lassen”.  Das wollte der Mann nicht hinnehmen. Mit dem versuchten Mord wollte er seine Frau bestrafen. Die Anklage spricht von Frust als Motiv für die Tat.

Zunächst hatte der mutmaßliche Täter bestritten, seine Kinder aus dem Fenster geworfen zu haben, später aber gestanden. Deshalb erhebt die Staatsanwaltschaft Bonn jetzt Anklage wegen versuchten Mordes und Körperverletzung.

Schon häufiger soll es in der Familie zu Gewaltausbrüchen des Vaters gekommen sein. Dabei soll er die Ehefrau mit einem Kochtopf geschlagen haben und durfte deshalb zeitweise nicht in die gemeinsame Wohnung. Die 31-Jährige selbst hat das Besuchsverbot kurze Zeit später aber freiwillig wieder aufgehoben.

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