Mecklenburg-Vorpommern wählt einen neuen Landtag

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Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen

Etwas höhere Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen. Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet, denn Umfragen zufolge könnte die AfD als zweitstärkste Kraft hinter der SPD in den Landtag einziehen.

Bei regnerischem Wetterverläuft die Landtagswahl eher ruhig. Besondere Vorkommnisse habe es bisher nicht gegeben, sagte die Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes. Bisher zeichne sich eine etwas höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Zuletzt hatten rund drei Prozent mehr ihre Stimme abgegeben als zur gleichen Zeit 2011. 20 Prozent der Wahlberechtigten haben bereits im Vorfeld ihre Stimme per Briefwahl abgegeben.

“Es geht um die Zukunft unseres Landes”

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) rief die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern erneut dazu auf, wählen zu gehen. “Es geht um die Zukunft unseres Landes”, sagte der SPD-Politiker. Wichtig sei, dass viele Menschen zur Wahl gingen und ihre Entscheidung nicht von bundespolitischen Themen abhängig machten.

Noch ist unklar, ob die Koalition aus SPD und CDU ihre Arbeit fortsetzen kann. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren holten die Sozialdemokraten 35,6 Prozent der Stimmen. Umfragen sahen die SPD zuletzt nur noch mit 28 Prozent vorn. Ministerpräsident Sellering zeigte sich zuversichtlich, dass die SPD trotzdem wieder stärkste Kraft im Land werde. Alternativ könnte es auch knapp für ein rot-rot-grünes Bündnis reichen. Letzte Umfragen vor der Wahl sahen die Grünen bei sechs Prozent und die Linke bei 13 bis 15 Prozent.

Mit besonderer Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet. Die Partei könnte aus dem Stand über 20 Prozent schaffen und damit als zweitstärkste Kraft vor der CDU in den Landtag einziehen. “Wir hoffen auf ein Ergebnis gut in den 20ern”, sagte der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Matthias Manthei (AfD) zeigte sich siegesgewiss: “Wir sind scharf auf den ersten Platz”. Im März holten die Rechtspopulisten bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt 24,3 Prozent, ihr bisher bestes Ergebnis.

Die Wahl gilt – neben der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin in zwei Wochen – als Stimmungstest für die Bundestagswahl 2017. Bundespolitische Fragen hätten den Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern stark beeinflusst, meint der Rostocker Politikwissenschaftler Martin Koschkar. Themen wie Flüchtlinge, Integration und Zuwanderung würden die Wahlentscheidungen vieler beeinflussen, erklärte er.

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